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So wurde Werder Energie-Meister

Werder Bremen ist Deutscher Meister – in der Erneuerbaren-Energien-Bundesliga der Grünen. Den Titel holte sich der Club in erster Linie mit dem Energiekonzept seines Stadions. Doch was zeichnet die Energieversorgung der Spiel- und Trainingsstätte an der Weser aus? 

Zitat Dennis Haferkamp
„Das Weserstadion zeigt anschaulich, wie Erneuerbare Energien – die keine Emissionen verursachen, aber in ihrer Verfügbarkeit schwanken – und hocheffiziente, dezentrale Erdgasanlagen – die flexibel einspringen können, wenn sie benötigt werden – Hand in Hand zusammenarbeiten.“
Dennis Haferkamp, Asset Manager, EWE ERNEUERBARE ENERGIEN

Darauf mussten grün-weiße Fans seit 2004 warten: Werder Bremen ist Deutscher Meister! So überschaubar derzeit die Titelchancen in der Bundesliga sein mögen, so deutlich setzte sich der Club in der Erneuerbaren-Energien-Bundesliga durch: Mit 11,04 Punkten liegt Werder um 2,64 Punkten vor den zweitplatzierten Stuttgartern – der größte Abstand in der gesamten Tabelle, die Oliver Krischer, Fraktionsvize der Grünen im Bundestag vorstellte.

Dass in der Hansestadt der Bio-Champagner fließen kann, liegt in erster Linie am Weserstadion: Neben Energieeffizienz und dem Bezug von Ökostrom lag das Augenmerk der Studie hauptsächlich darauf, wie weit die Vereine für die Versorgung ihrer Gebäude eigene, energiewendefreundliche Anlagen nutzen. Krischer sieht darin eine wichtige Vorbildfunktion: „Die deutschen Fußballstadien sind nicht nur ein Magnet für sportbegeisterte Menschen im ganzen Land, sondern auch Aushängeschild für die Energiewende.“ Und hier können die Bremer groß aufspielen: Das Energiekonzept des Weserstadions ist bundesweit einzigartig.

Nach dem Motto „Es gehören immer zwei dazu“ sind die elementaren Bestandteile die größte gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage Deutschlands und die ertragreichste stromerzeugende Heizzentrale der Bundesliga.

Solaranlage im großen- und neuen- Stil

Weser Stadion

Eine Photovoltaikanlage einfach aufs Dach montieren war gestern: beim Weserstadion sind die Solarmodule komplett in Fassade und Dach integriert. Sie dienen also nicht nur der Energieversorgung, sondern gewährleisten auch Regen- und Sonnenschutz. Die rund 200.000 Solarzellen decken mit etwa 16.000 m2 die Größe von zwei Fußballfeldern ab. Mit rund 1,2 MWp Leistung erzeugt die Anlage bis zu 800.000 Kilowattstunden pro Jahr. So werden gegenüber dem durchschnittlichen Mix an Energieträgern in Deutschland jährlich über 400 Tonnen CO2 eingespart.

Kraft-Wärme-Kopplung als perfekte Ergänzung 

Nicht immer scheint die Sonne – und in der kühlen Jahreszeit will ein Fußballstadion auch beheizt sein. Hier springt die Heizzentrale ein: zwei Erdgas-Heizkessel sind dort mit einer innovativen Mikro-Gasturbine kombiniert, die vor Ort Strom erzeugt. Durch die Kopplung der Strom- und Wärmegewinnung wird der Brennstoff deutlich effizienter eingesetzt, als wenn vor Ort nur geheizt und der Strom aus einem Kraftwerk bezogen würde. Während auch andere Bundesligisten Kraft-Wärme-Kopplung einsetzen, setzt die moderne Technik beim Weserstadion ein Highlight – und kein anderer kommt an die über 300.000 Kilowattstunden heran, die die Bremer Anlage produziert.

Teilhaben am Werder-Strom 

Das Konzept rund um die Energie-Anlage haben EWE und die Bremer Konzerntochter swb gemeinsam mit Werder Bremen entwickelt und im Zuge des Stadionumbaus von 2008 bis 2011 umgesetzt. Dabei ging es nicht nur darum, den ökologischen Fußabdruck von Verein und Stadion zu reduzieren, sondern auch, das Potenzial erneuerbarer Energien und moderner Energietechnik vielen Menschen hautnah zu vermitteln – beim Spielbesuch oder auch schon, wenn sie das Stadion passieren. Werder-Fans, die wie ihr Verein Ökostrom beziehen möchten, können mit dem Produkt „Werder Strom“ sogar anteilig Energie aus der Solaranlage des Stadions beziehen. „Strom ist für viele Menschen etwas Abstraktes“, erklärt Dennis Haferkamp, der bei EWE für das Weserstadion zuständig ist. „Mit der Solar-Architektur des Weserstadions und Werder-Strom möchten wir Erneuerbare Energien erlebbar machen – denn es gibt gute Gründe sich für die Energiewende ähnlich zu begeistern wie für den Fußball, gerade hier im Norden.“

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