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Schlaue Trafos im Netz der Zukunft

Deutschlandweit speisen immer mehr erneuerbare Erzeuger wie Windparks und Solaranlagen Strom ins Netz ein. Ihre Leistung ist wetterabhängig und nicht konstant. Deshalb schwankt die Spannung im Stromnetz. Die Lösung: Trafos mit innovativer Regeltechnik.

Zitat Marco Röwe
„Regelbare Ortsnetz-transformatoren sind ein erster wichtiger Schritt zum schlauen Stromnetz. Sie halten die Netzspannung stabil und garantieren trotz schwankender Erzeugung der erneuerbaren Energieanlagen eine sichere Versorgung.“
Marco Röwe betreut das RONT-Projekt für EWE NETZ

Energie aus Wind und Sonne ist weiter auf Wachstumskurs: Im Jahr 2014 konnte Deutschland bereits ein Viertel seines Strombedarfs aus regenerativen Quellen decken. Im Nordwesten, zwischen Ems, Weser und Elbe, läuft die Energiewende auf Hochtouren – denn hier sorgen eine frische Brise und zahlreiche Windparks für reichlich Grünstrom. Im Verteilnetz von EWE NETZ stammen bereits heute 75 Prozent der transportierten Elektrizität aus erneuerbaren Energien. Und der Trend setzt sich fort: Zukünftig werden immer mehr Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen ans Netz gehen.

Der Strommis in Deutschland im Jahr 2014

Balance für eine sichere Versorgung

Im Zuge dieses Wandels verändern sich die Anforderungen an das Stromnetz. Denn die elektrische Leistung, die Windparks oder Solaranlagen produzieren können, hängt vom Wetter ab. Und das Auf und Ab von Windstärke und Sonnenintensität macht es für Netzbetreiber schwieriger, die Spannung und Frequenz in den Leitungen stabil zu halten.
 Das Stromnetz muss heute lernen, trotz schwankender Stromerzeugung und -nachfrage in Balance zu bleiben. Eine Lösung für diese Herausforderung ist ein großer, von außen eher unscheinbar wirkender Kasten.

Spannender Verwandlungskünstler

Transformator oder Ortsnetzstation nennen Fachleute die zumeist grünen Technikboxen, die die Spannung aus dem Verteilnetz so umwandeln, dass Strom über das Niederspannungsnetz in die Haushalte fließen kann. Die Trafos der neuesten Generation sind mit intelligenter Technik ausgestattet und werden damit zu wahren Verwandlungskünstlern. Die so genannten regelbaren Ortsnetztransformatoren (kurz: RONT) ändern bei Bedarf automatisch die Netzspannung und machen so das Stromnetz fit für die witterungsbedingten Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie.

Die Installation der schlauen Trafos schafft also ein smartes Stromnetz, das in der Lage ist, flexibler zu reagieren. Durch dieses „Tuning“ im Netz kann teilweise auf erheblich teurere Ausbaumaßnahmen für ein energiewendefähiges Netz verzichtet werden.

„Die digitale Technik macht das bestehende Stromnetz zunehmend intelligent und damit zukunftsfähig“, erklärt Marco Röwe, der den Ausbau der schlauen Trafos für EWE NETZ koordiniert. Röwe weiß: „Die regelbaren Anlagen ermöglichen beispielsweise eine verstärkte Einspeisung von Solarstrom, ohne dass dadurch die Netzspannung kritisch ansteigt oder abfällt.“ Damit ist das Netz auf den weiteren Zuwachs der erneuerbaren Erzeuger gut vorbereitet. EWE betreibt schon heute im Nordwesten 160 regelbare Ortsnetzstationen. Bis Ende 2016 will der Konzern 100 weitere regelbare Transformatoren ins Netz integrieren.

Die klugen Kisten sind übrigens nur ein Baustein für ein intelligenten Stromnetz in der EWE-Region: EWE NETZ investiert allein in den Jahren 2015 und 2016 über 20 Millionen Euro in eine zukunftsfähige Strominfrastruktur.

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