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Gemeinsam Wind machen

Niedersachsen und Brandenburg sind Spitzenreiter bei der Windkraft – und der Ausbau schreitet weiter voran. Neue Beteiligungsprojekte sollen sicherstellen, dass Bürger und Kommunen von dem Boom profitieren.

Zitat Klaus Gerken
„Durch die Energiewende muss Wertschöpfung vor Ort entstehen. Mit Projekten wie Spolsen schaffen wir Möglichkeiten für Bürger und Gemeinden, bereits mit moderaten Beträgen teilzuhaben. Da wir eine gemeinsame lokale Betreibergesellschaft gegründet haben, kommt neben den anteiligen Erträgen aus dem Windstrom auch die Gewerbesteuer den Bürgern in der Gemeinde zugute.“
Klaus Gerken, Projektleiter, EWE ERNEUERBARE ENERGIEN

Die Zukunft ragt 150 Meter hoch über Bauernhöfen und dem malerischen Moor auf – in Spolsen im Landkreis Friesland ist die Energiewende zum Gemeinschaftsprojekt geworden: Zwei Windräder der 3-Megawatt-Klasse haben die Gemeinde Zetel, Grundeigentümer und EWE gemeinsam wachsen lassen. Sie decken rund 80 Prozent des Strombedarfs der Zeteler Haushalte. „Uns liegt viel daran, die Energiewende vor Ort aktiv mitzugestalten“, betont Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann. „Dafür brauchen wir einen erfahrenen Partner aus der Region.“

Für EWE sind die Anlagen in Spolsen Auftakt einer großangelegten Initative, die Windkraft an Land zusammen mit Bürgern und Kommunen voranzutreiben. Die nächsten Gemeinschafts-Windparks werden derzeit im oldenburgischen Hatten, in Bakum im Landkreis Vechta und im brandenburgischen Breydin vorbereitet. Beteiligt werden dabei nicht nur Grundeigentümer – auch die Bürger vor Ort sollen Anteile im zweistelligen Prozentbereich erwerben können.

„Der Erfolg der Energiewende entscheidet sich nicht zuletzt daran, ob die Bürger die tiefgreifenden Veränderungen akzeptieren. Deshalb wollen wir die Energiezukunft gemeinsam mit den Menschen in der Region gestalten und Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort schaffen“, kündigt Dr. Torsten Köhne, EWE-Vorstand für Erzeugung, an.

Windstrom für 6 Millionen Haushalte – und viel Luft nach oben

Gemeinsam Wind machen

Windparks an Land sind für solche Partnerschaften optimal: Sie lassen sich nah bei den Verbrauchern dort planen, wo das Stromnetz bereits gut ausgebaut ist. Dank der guten Windverhältnisse im Norden können solche Projekte der Energiewende kräftig Rückenwind verleihen: Schon 2011 speisten Windparks an Land in Niedersachsen 12.145 Gigawattstunden Strom ein, in Brandenburg kamen 7.899 hinzu – zusammen Strom für fast sechs Millionen Haushalte. Die beiden Bundesländer sind damit bereits heute Spitzenreiter in Deutschland und bieten wegen ihrer niedrigen Bevölkerungsdichte sogar genug Flächen für mehr als doppelt so viel Ökostrom: Schon alleine im EWE-Netzgebiet zwischen Ems, Weser und Elbe ließen sich noch bis zu 12.000 Megawatt Windkraft installieren – das entspricht etwa 13 konventionellen Kraftwerken.

Um diese Chancen zu nutzen, analysieren die Projektentwickler von EWE ERNEUERBARE ENERGIEN, welche Flächen gutes Windpotenzial bieten und aus Sicht von Sicherheit-, Natur- und Lärmschutz unbedenklich sind. Wo Windparks ökologisch und ökonomisch Sinn machen, gehen sie auf Kommunen und Grundeigentümer zu, um über gemeinsame Projekte nachzudenken. Vermehrt wenden sich auch Bürger und Gemeinden von selbst ans Unternehmen, um ihre Windparkpläne professionell umzusetzen. EWE kann auf über 25 Jahre Erfahrung zurückblicken – in den 1980er Jahren beschritt der kommunale Versorger mit einigen der ersten Windparks in Deutschland den Weg in die eigene Energieerzeugung. Das Unternehmen will in den nächsten Jahren 40 Millionen Euro jährlich in den weiteren Ausbau investieren.

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