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Elektro­mobilität: Die Energie­wende geht auf die Straße

Der Weg in die Energiezukunft führt zu Erneuerbaren Energien – das gilt auch für den Straßenverkehr, der in Deutschland  für  rund 18  Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Große Erwartungen liegen auf der Elektromobilität. Wir werfen einen Blick darauf, wo sie heute steht und wie sie aus der Nische herausfahren kann.

Rainer Raddau EWE
Wir sehen in der Elektromobilität einen Motor der Energiewende. Auf Basis unserer sicheren Stromversorgung mit sehr hohem Ökostromanteil können wir Erneuerbare Energien einfach in den Tank bringen und damit die Emissionen im Verkehr stark reduzieren. Bei dieser Entwicklung wollen wir gehörig aufs Gas treten.
Rainer Raddau, Leiter des EWE-Kompetenz-Centers E-Mobilität

Die Energiewende schreitet voran – mit großen Schritten bei der Strom-, etwas zaghafter in der Wärmeversorgung. Nur im Verkehr kommt sie bisher nicht wirklich von der Stelle: die Emissionen wollen nicht sinken, der Anteil erneuerbarer Energien am Kraftstoffverbrauch verharrt seit Langem auf niedrigem Niveau.

Neben alternativen Treibstoffen wie Erdgas und Wasserstoff liegt die Hoffnung auf einen echten Fortschritt vor allem auf der Elektromobilität: Elektromotoren sind extrem effizient, die Stromversorgung ist bereits überall vorhanden und Ökostrom wird in Deutschland reichlich produziert – eigentlich ein guter Ausgangspunkt, um durchzustarten.

Eine Millionen Elektroautos möchte die Bundesregierung deshalb bis zum Jahr 2020 auf die Straße bringen. Bis 2030 sollen es gar sechs Millionen sein. Dazu zählen neben komplett elektrischen Modellen auch Plug-in-Hybride, also Fahrzeuge mit einem Verbrennungs- und einem Elektromotor, dessen Batterie von außen geladen werden kann.

Erneuerbare Energien in Strom, Wärme und Verkehr

Bei der Energiewende reden alle über Ökstrom – doch auch bei Wärme und Verkehr müssen wir von fossilen auf erneuerbare Energien umsteigen. Die Infografik zeigt, welchen Anteil Wind, Sonne & Co. heute in diesen Bereichen haben und wie er sich in den letzten Jahren entwickelt hat.

Erneuerbare Energien in Strom, Wärme und Verkehr Vergrößern Hier klicken zum Vergrößern

Erneuerbare Energien in Strom, Wärme und Verkehr

Bei der Energiewende reden alle über Ökstrom – doch auch bei Wärme und Verkehr müssen wir von fossilen auf erneuerbare Energien umsteigen. Die Infografik zeigt, welchen Anteil Wind, Sonne & Co. heute in diesen Bereichen haben und wie er sich in den letzten Jahren entwickelt hat.

Erneuerbare Energien in Strom, Wärme und Verkehr

Elektromobilität auf dem Weg aus der Nische

Doch dieses Ziel ist ehrgeizig. Derzeit sind bundesweit etwa 40.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, davon rund 2.500 in den Regionen, in denen EWE aktiv ist.

Seit Mai dieses Jahres kommt jedoch mehr Bewegung in die Sache: die staatliche Förderung von 3.000 Euro für Plug-In Hybrid- und 4.000 Euro für vollelektrische Fahrzeugen hat schon über 3.000 Kunden überzeugt, davon alleine 1.200 im August.

Ob das reicht, um die Ziele der Regierung zu schaffen, wird sich zeigen – doch eins ist klar: Um den Elektroantrieb zu einem leistungsfähigen Motor der Energiewende zu machen, muss er flächendeckende Akzeptanz finden. Damit dies gelingt, gilt es noch einige Hürden zu nehmen – der Anlauf ist aber genommen.

Elektroautos werden langstreckentauglich

So sind aktuelle Elektrofahrzeuge meist noch nicht langstreckentauglich, sondern kommen mit einer Ladung zwischen 100 und 250 Kilometer weit…mehr als ausreichend für über 90 Prozent der Fahrten, aber nicht genug, damit sich Käufer hinreichend sicher fühlen, um umzusteigen.

Die Autoindustrie entwickelt jedoch Batterien, die deutlich größere Distanzen zulassen. Experten prognostizieren, dass neue Modelle schon in den nächsten zwei Jahren über eine Standardreichweite von 500 Kilometern verfügen. Der Amerikanische Hersteller Tesla bietet schon heute eine Variante seines Modells S an, die über 600 Kilometer schafft – allerdings kostet das Luxusgefährt entsprechend viel. Für diesen Oktober hat Opel mit dem neuen Ampera ein Modell angekündigt, das zu zivilen Preisen mehr als 400 Kilometer mit einer Ladung überwindet.

Fahrspaß bereiten Elektrofahrzeuge schon heute allemal. So bieten etliche der etwa 40 aktuell verfügbaren Modelle eine Beschleunigung auf Sportwagenniveau – und sind dabei flüsterleise und lokal emissionsfrei. Auch das ist für Manchen ein Kaufanreiz.

Elektromobilität innovative Modelle und Ladesäulen benötigt

Öffentliche Ladeinfrastruktur muss weiter wachsen

Ein weiterer Türöffner ist der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Obwohl 80 Prozent der Ladevorgänge zu Hause oder an der Arbeitsstätte stattfinden, wollen auch Elektromobilisten für den Notfall stets eine „Tankstelle“ in der Nähe wissen – mit zunehmender Anzahl öffentlicher Ladepunkte steigt auch die Kaufbereitschaft von Elektrofahrzeugen, wie diverse Studien belegen.

Hier sind die Energieversorger gefragt, das Tankstellennetz auszubauen. Bundesweit gibt es aktuell 3.000 Stromtankstellen, die – da jede Tankstelle über zwei Ladepunkte verfügt – 6.000 Ladepunkte bieten. EWE hat mit über 80 Ladesäulen das dichteste Netz im Nordwesten Niedersachsens und baut es mit Hochdruck weiter aus.

Bisher wächst die Zahl der Elektroautos in Deutschland schneller als die der Tankstellen: Entfielen dem Kraftfahrtbundesamt zufolge im Jahr 2011 nur zwei Elektrofahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt, waren es 2015 bereits 6,7 Fahrzeuge. Der Ausbau muss also schneller vorangehen.

Im Fokus: schneller und einfacher laden

Für bequeme Langstreckenfahrten – und geringe Wartezeiten – ist die Ladedauer überaus wichtig. Abhängig vom Fahrzeug liegt diese heute an herkömmlichen Ladesäulen bei durchschnittlich zwei Stunden. Schnellladesäulen verkürzen das Laden hingegen auf rund 30 Minuten. Beim weiteren Ausbau gilt es also, auf solche Technik zu setzen – die jedoch auch von möglichst vielen Automodellen unterstützt werden muss.

Gerade mit dem Blick über Landesgrenzen hinaus ist das noch eine Herausforderung. Europaweite Interoperabilität heißt der Fachterminus, gemeint ist: Jeder muss europaweit Strom tanken können, an Säulen, die über einheitliche Stecker- und Abrechnungssysteme verfügen, per Ladekarte, App oder SMS.

Tanken per App

Roaming – auch fürs Elektroauto ein wichtiges Thema

Roamingplattformen dienen als Schnittstelle dazu, unterschiedliche Ladeinfrastrukturen miteinander zu vernetzen. Durch sie „erkennt“ zum Beispiel eine EWE Ladesäule, dass sie neben der EWE Tankkarte auch eine Karte von Ladenetz, GreenFlux, The New Motion oder  Charge & Fuel akzeptieren darf.

In Deutschland existieren mit  e-Clearing.net und Hubject zwei Roamingplattformen. Egal welche der beiden ein Elektrotankstellenbetreiber nutzt, muss per Gesetz jede Tankstelle in Deutschland von jedem Elektrofahrer genutzt werden können, ohne dass der Fahrer vorher eine Karte des Betreibers erwerben muss. Zwar funktioniert nicht jede Ladekarte an jeder Säule, das Tanken muss jedoch immer möglich sein, zum Beispiel per SMS oder App.

Im europäischen Ausland gibt es jedoch viele weitere Roamingplattformen, zu der noch nicht Jeder barrierefreien Zugang hat. Hier müssen sich die Betreiber auf einheitliche Standards einigen.

Chance E-Mobilität: CO₂-Ausstoß für einen Kleinwagen bei verschiedenen Antriebsarten

in Gramm pro Kilometer (Beispiel: Volkswagen Up!, Verbrauchsangaben von Volkswagen)

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Chance E-Mobilität: CO₂-Ausstoß für einen Kleinwagen bei verschiedenen Antriebsarten

in Gramm pro Kilometer (Beispiel: Volkswagen Up!, Verbrauchsangaben von Volkswagen)

Chance E-Mobilität: CO₂-Ausstoß für einen Kleinwagen bei verschiedenen Antriebsarten

Richtig grün fährt man nur mit Ökostrom

Vor dem Hintergrund des Pariser Klimaschutzabkommens wird die Politik europa- und weltweit ein höheres Tempo einlegen, um Hürden für die Elektromobilität zu beseitigen. Das Ziel, so die Emissionen deutlich zu senken, wird aber nur erreicht, wenn sichergestellt ist, dass der „Kraftstoff Elektrizität“ aus erneuerbaren Quellen stammt.

Stromtankstellen sollten daher grundsätzlich nur Strom aus Wind, Sonne und Co. anbieten – bei EWE ist das bereits gelebte Wirklichkeit. Da jedoch meist zu Hause oder bei der Arbeit geladen wird, liegt es an den Elektromobilisten selbst, sich für Ökostrom zu entscheiden – und an den Unternehmen, ihren Mitarbeitern wirklich „grüne“ Ladepunkte zu bieten.

Passende Produkte, die spezifisch auf Anwender mit Elektroautos zugeschnitten sind, kommen verstärkt auf den Markt. Mit „Strom mobil“ bietet EWE zum Beispiel einen speziellen Grünstromtarif, mit dem man obendrein auch an allen Ladesäulen des Konzerns kostenlos Ökostrom tanken kann – eine saubere Mobilitätsgarantie, um das beinahe geräuschlose Fahren weiter in den Mainstream zu bringen.

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