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Bürger und Gemeinden bringen sich ein

Die Energiewende gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort: Gemeinden, die Flächen ausweisen, Grundbesitzer, die Windparks auf ihrem Boden zulassen und Anwohner, die sie in der Nachbarschaft akzeptieren. Intensive Beteiligung ist gefragt – und bietet viele Chancen.

Dr. Christian Pundt
„EWE hat sich kontroversen und intensiven Diskussionen zu den Vor- und Nachteilen eines Windparks gestellt und dabei Wünsche und Forderungen der Gremien und Bürgerinitiativen mit in die Planungen einfließen lassen. Mit dem erreichten Konsens konnten Beteiligungsmodelle für Bürgerinnen und Bürger positiv umgesetzt werden.“ 
Dr. Christian Pundt, Bürgermeister Hatten

Energiewende ist nicht nur ein Thema für Spitzenpolitiker und Energieunternehmen – sie geht ganz besonders die Menschen vor Ort etwas an, wo neue Anlagen entstehen und Netze ausgebaut werden: Hier entstehen neue Chancen und Verdienstmöglichkeiten, aber hier  rücken auch die Bagger an und das Bild der Landschaft verändert sich.

Gerade die Windkraft als wichtigster Treiber der Energiewende wird erst möglich durch Gemeinden, die Flächen ausweisen, Grundbesitzer, die Parks auf ihrem Boden zulassen und Anwohner, die Windräder in der Nachbarschaft akzeptieren. Sie alle gilt es um einen Tisch zu versammeln und intensiv zu beteiligen, damit die Energiezukunft vor Ort gelingt.

Zuhören und gemeinsam Lösungen suchen

Für EWE als Windpark-Projektierer und -betreiber bedeutet das zuallererst zuzuhören, was an Hoffnungen und Wünschen, aber auch an Einwänden und Ängsten vorhanden ist, und zu erklären, was technisch, wirtschaftlich und politisch möglich ist und wie eine Umsetzung genau aussehen würde. Das Ziel: eine sinnvolle Lösung finden, die für alle Beteiligten funktioniert – und die Windparks umsetzen, die in die Gemeinschaft passen.

Das beginnt mit Information: In Hatten bei Oldenburg bot EWE schon zu Beginn der Planungen Bürgern und Gemeinderatsmitgliedern ein Exkursion zu einem vergleichbaren Windpark an. Projektleiter Klaus Gerken zeigte dort unter Anderem, wie verschiedene Anlagentypen in der Landschaft wirken.

Aus Information und Dialog gehen dann konkrete Aufgaben für die Umsetzung hervor: Zum Beispiel wurden in Hatten neuartige „Serrations“ an den Rotorblättern installiert – kammförmige Aufsätze, die die Schallemission der Windkraftanlagen deutlich reduzieren – um Bedenken von Bürgern aufzugreifen, dass die favorisierten Windräder zu laut sein könnten.

Schließlich gaben alle Seiten grünes Licht. „In unseren Projekten hat der intensive Austausch mit Grundeigentümern, Bürgern und Kommunalpolitikern gezeigt, dass dieser dialogorientierter Ansatz wegweisend ist“, unterstreicht Alwin Schlörmann, Geschäftsführer von EWE ERNEUERBARE ENERGIEN. Schließlich entscheide sich der Erfolg der Energiewende nicht nur an technischen und wirtschaftlichen Fragen, sondern immer stärker daran, ob die Veränderungen vor Ort von den Bürgern akzeptiert würden.

Der Windpark Hatten im Bau

Attraktive Anlagemöglichkeit für Bürger

Teilhabe bedeutet aber mehr, als gehört zu werden: Die Energiewende bringt gerade ländlichen Regionen neue Wertschöpfung – davon sollten möglichst viele Menschen vor Ort profitieren können.

Wie das gehen kann, zeigt der Windpark in der Gemeinde Köhlen bei Cuxhaven. Seit September 2016 speisen hier 16 Anlagen der Drei-Megawatt-Klasse Strom ins Netz ein – der Park ist einer der größten Norddeutschlands. Die Betreiber EWE und PNE Wind bieten den Anwohnern an, sich über ein Sparbriefmodell finanziell an dem Projekt zu beteiligen. Für zehn Jahre liegt der garantierte Zinssatz bei 5 Prozent – unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg des Windparks. „Als regionales Unternehmen sehen wir uns besonders in der Verantwortung, den Menschen solide, tragfähige Beteiligungen anzubieten“, erklärt Alwin Schlörmann die vergleichsweise hohe und risikoarme Rendite für die Anleger.

Auch der Windpark Hatten ist inzwischen als Gemeinschaftsprojekt am Netz: Von acht Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von je 3,3 Megawatt gehen zwei in den Besitz der Grundeigentümer über, auf deren Flächen der Park entstanden ist. Anwohnern hat EWE ERNEUERBARE ENERGIEN eine Beteiligung über einen Sparkassenbrief ermöglicht, zu vergleichbaren Konditionen wie in Köhlen – ein Angebot, das 350 Haushalte angenommen haben.

Wertschöpfung durch Windkraft – auch für Gemeinden

Kommunen sind ein entscheidender Dreh- und Angelpunkt für die Energiewende vor Ort: Sie weisen die Flächen aus, auf denen Windparks errichtet werden dürfen, und ohne ihre Unterstützung dreht sich gar nichts. Viele Gemeinden sehen solche Projekte als Chance und treiben sie aktiv voran – denn die Ansiedlung eines Windparks bringt Gewerbesteuer- und Pachteinnahmen und kann durch die Einnahmen aus Beteiligungen wie bei Köhlen und Hatten die regionale Wertschöpfung stärken. So manche Kommune wird darüber hinaus selbst zum Windkraft-Unternehmer.

EWE unterstützt sie dabei: So drehen sich im Zeteler Ortsteil Spolsen zwei Windräder à drei Megawatt mit kommunaler Beteiligung. EWE ERNEUERBARE ENERGIEN hat den Windpark in Kooperation mit der Gemeinde geplant und gebaut, die sich ebenso wie die Grundeigentümer mit je 30 Prozent am Projekt beteiligt hat. Die Einnahmen aus dem Betrieb stärken damit den Handlungsspielraum der Kommune: „Alle Bürger profitieren so von einer attraktiven Beteiligung und der transparenten Einbindung der Gemeinde“, bewertet der Bürgermeister von Zetel, Heiner Lauxtermann das Projekt.

Montage eines Windrads

Energiewende gelingt nur gemeinsam

EWE engagiert sich seit Jahren, um die Energiewende gemeinsam mit den Menschen der Region anzugehen – mit der Überzeugung: Nur wenn die Lösungen vor Ort passen, gute Ideen gehört und Chancen wie Lasten fair verteilt werden, wird das Megaprojekt weiter breite Unterstützung erfahren.

Dialog, gemeinsame Planung und Beteiligungen bei Windparks sind dabei ein Puzzlestück unter mehreren. Bereits 2014 hat das Unternehmen mit dem „Forum Energiewende“ alle Interessierten eingeladen, ihre konkreten Ideen vor Ort einzubringen und gemeinsam Energiewende-Projekte anzustoßen. Neue Formate, wie sich Jeder einbringen kann, werden derzeit entwickelt. Zugleich begleiten Beiräte die Arbeit des Netzbetreibers EWE NETZ, an dem sich zudem Städte und Gemeinden der Region mit bis zu 25,1 Prozent beteiligen können.

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